Die Gehege – Größe

In der freien Wildbahn legen Degus mehrere Kilometer pro Tag zurück, da sie sehr aktive Tiere sind. Dagegen sind sie keine Klettertiere. Daher brauchen Sie unbedingt ein Gehege mit viel Lauffläche!

Das Mindestmaß des Käfigs für einen Degu beträgt 100x50x100 cm (LxBxH) mit mindestens einer Volletage (Bei dieser Höhe wären zwei Volletagen möglich). Das  ist das absolute Minimum für einen Degu.

Besser sind Gehege die mindestens 120 cm Länge x 50 – 60 cm Breite x 160 – 180 cm Höhe betragen, so können auch noch genug (4) Volletagen eingebaut werden, um den Tieren einen abwechslungsreichen Lebensraum zu bieten. Hier können 3 bis 4 Degus wohnen.

Hier gilt: Je größer, desto besser! Ein „zu groß“ gibt es nicht!

Bei den Volletagen ist zu beachten, dass zwischen den Etagen ein Abstand von mindestens 30 cm vorhanden ist, damit der Degu sich komplett aufrichten kann. Der Abstand zwischen den Etagen sollte aber auch maximal 60 cm sein, damit der Degu nicht abstürzen und sich verletzten kann, es sei denn, es sind Zwischenebenen eingebaut.

Ein guter Rechner, um einschätzen zu können, ob eine Gehegegröße ausreichend für eine bestimmte Gruppengröße ist, ist dieser hier:

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Ein Degugehege: 160 cm Lang x 60 cm Breit x 180 cm Hoch  von Nina Wiemann

Ein Degugehege für 4 Tiere: 150x80x160 (LBH) von Juliane Hofmann

Gehege – Arten

Es gibt verschiedene Arten, die zum artgerechten Deguheim umfunktioniert werden können:

Volieren
Diese sind sehr gut geeignet für Degus, wenn sie komplett aus Metall bestehen, da die Deguzähne sich sonst schnell durch den Käfig geknabbert haben. Die meisten Volieren müssen allerdings noch mit Volletagen ausgestattet werden, da Degus keine guten Kletterer sind. Die Fallhöhe darf nicht mehr als 20 – 30 cm betragen.
Eigenbau
Die meisten Eigenbauten sind aus Holz. Da muss man natürlich aufpassen, dass die Degus sich nicht durch knabbern können. Wenn man alle Kanten mit Aluschienen sichert, ist dies eine sehr gute Lösung, da man selber seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Es kann von der Größe genau auf die eigene persönliche Situation ausgelegt werden und auch die verschiedenen Ebenen können ganz nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden.
Terrarien
Gerade ein Glasterrarium hat natürlich den Vorteil, dass nichts angenagt werden kann und die Reinigung sehr einfach ist. Holzterrarien kann man auch gut als Grundgerüst für seinen Eigenbau nutzen!
Bei Terrarien muss man besonders auf ausreichend Luftzufuhr achten.
Sie sollten z. B. rechts und links eine Seitenbelüftung haben, so dass der Geruch abziehen kann. Es sollte kein Aquarium/Terrarium genutzt werden, was nur oben ein Gitter hat und welches höher als lang ist.

Achtung bei den Etagen: völlig ungeeignet sind Gitteretagen, da die Degus sich mit den Krallen/Füßen verfangen können und sich eventuell etwas brechen oder sogar ausreißen!!!

Hier ein paar Beispiele für geeignete Gehege:

Die Käfigeinrichtung – Die Einstreu

Als Einstreu sind das normale Kleintierstreu, Hanfeinstreu, Leineneinstreu, Kokoseinstreu, Baumwolleinstreu, uvm geeignet.

Hier ist es wichtig, dass mindestens in einer Ebene (meist ganz unten) ein Bereich für hohe Einstreu vorhanden ist, da Degus gerne buddeln. Für den Buddelbereich sind am besten eine Mischung aus normalem Kleintierstreu, Heu oder Stroh und Klopapier oder Küchenpapier geeignet. So können die Tiere auch Tunnel bauen, ohne dass die Tunnel einstürzen. Die Einstreu sollte hier mindestens 15 cm betragen, besser wäre eine Schicht von ca. 30 cm.

Auf den anderen Ebenen sind die eigenen Vorlieben gefragt. Da kann auch verschiedene Einstreu gestreut oder Hanfmatten ausgelegt werden. Auch kann man die Ebenen einfach so lassen und mit Spielzeuglack bestreichen, damit in das Holz keine Feuchtigkeit einziehen kann. Nur Holzebenen können ohne Streu oder Matten benutzt werden. Glas ist dafür viel zu glatt!

Die Einstreu sollte staubarm sein!

Zusätzlich sollten Stroh, Klopapierrollen, Klopapiertücher, Küchenpapier und anderes Papier bzw. Karton nicht fehlen. Bei den Papiertüchern ist es wichtig, darauf zu achten, dass diese unparfümiert sind.

Nicht geeignet sind Blumenerde, Torf und auch Katzenstreu!

Erde und Torf sind frisch zu feucht und trocken zu staubig. Klumpendes Katzenstreu führt zu Magen-Darm-Beschwerden bis hin zum Tod, wenn die Degus dieses Mal fressen sollten.

Ebenfalls ungeeignet sind Stoffe jeglicher Art.

Degus würden die Stoffe direkt zernagen. Wenn die Degus die Stofffasern dann verschlucken, kann es zu Atemnot kommen, eventuell sogar zum Tod des Tieres.

Die Käfigeinrichtung – Das Zubehör

Wasserflasche oder Wassernapf Beides sollte nicht aus Plastik bestehen, wenn die Tiere daran nagen können.  Dies ist meist nach einem Tag zernagt und die Splitter können die Tiere verletzen.
Futternapf Je nach Gruppengröße auch mehrere Futternäpfe oder einen sehr großen, um Streit zu vermeiden – Alternativ kann das Futter auch im Gehege verstreut werden.
Sandbad Dies nutzen dieDegus zurFellpflege und ist daher sehr wichtig!Es kann eine hohe Schale sein, ein großes Bonbonglas oder ein kleines Aquarium.
Chinchillasand Wichtig ist, dass es feiner Sand ist, der kein Muschelgranulat enthält, wie es in Vogelsand der Fall ist. Nicht scharfkantiger Quarzsand und Sepiolith/Attapulgus sind für Degus gut geeignet.
Häuschen Je nach Gruppengröße darf es auch schön groß sein. Alle Tiere sollten im ausgewachsenen Zustand in das Häuschen passen.
Stein oder Keramikplatte Diese sind sehr nützlich zum Krallen kürzen, es eignen sich Natursteine, wie z. B. Schieferplatten.
Hängematte Viele Degus liegen gerne auf diesen erhöhten Plätzen und beobachten von dort das Geschehen. Auch können die Matten vor Abstürzen schützen.
Äste Äste sind sehr beliebt zum Knabbern, aber auch zum hoch klettern.Sie lieben z.B. Weinreben oder auch Mangrovenwurzeln.
Korkröhren Diese sind sehr beliebt. Oft werden diese als Versteckmöglichkeit genutzt und natürlich wird auch ordentlich daran herum genagt, so dass diese nicht lange halten.
Heunester Auch sehr beliebt, da sie nicht nur als Versteck dienen, sondern auch besonders gut schmecken.
Tontöpfe Auch diese eignen sich für den Degukäfig. Hier muss nur auf ein ausreichend großes Loch als Eingang geachtet werden.
Grünpflanzen Wenn man sein Gehege naturnah gestalten möchte kann man z.B. verschiedene Kräuter inKeramiktöpfen anpflanzen und diese dann zum „Ernten“ in denDegukäfig stellen.Oder man sammelt im Frühling Gräser bzw. Pflanzen, die die Degus fressen dürfen.
Hier ein Link zu einer Futterliste für Degus:http://www.diebrain.de/de-frischfutter.html

Auch kann man im Internet Haselnusszweige bestellen bzw. selber pflücken und mitsamt Blättern und Blüten ins Deguheim stellen.

Etagen Etagen sind im Deguheim ganz wichtig. Am besten sind Volletagen, da Degus nicht so gut klettern können und so die Gefahr des Abstürzens nicht mehr gegeben ist. Außerdem sitzen Degus gerne erhöht um alles zu überblicken. Die Etagen dürfen auf keinen Fall aus Gittern bestehen!
Heuraufe Diese ist auch sehr wichtig, da Heu zu einer der Hauptnahrungsmittel von Degus gehört.
Laufrad

Das Laufrad muss mindestens einen Durchmesser von 30 cm haben und sollte an einer Seite geschlossen sein. Auch sollte die Lauffläche geschlossen sein, damit derDegu sich keine Beinchen oder den Schwanz einklemmt.Am besten sind Holzlaufräder. Meist haben diese aber keine hohe Lebenserwartung.

Bei nagewütigen Tieren sind die Laufräder der Laufradschmiede sehr gut geeignet, da diese aus Aluminium gebaut werden und somit unzerstörbar sind:
www.laufradschmiede.de

Zubehör kann man sehr gut bei www.zooplus.de bestellen.